Forderungen für den städtebaulichen Rahmenplan Kleinenbroich – zur Diskussion

 Diskussionspapier des SPD OV-Kleinenbroich

 

„Forderungen für den städtebaulichen Rahmenplan Kleinenbroich“

 Kleinenbroich,  06.Juni 2011

Inhaltsverzeichnis

1           Anpassung des städtebaulichen Rahmenplans Kleinenbroich. 3

1.1        Basisdaten. 4

2           Vorschläge zur Stadtteilgestaltung.. 6

2.1        Umgestaltung der Straßenzüge. 6

2.2        Umgestaltung der Kreuzungspunkte. 7

2.3        Umbau von Straßen. 7

2.4        Verkehrsberuhigung und Parkrisiken. 7

2.5        Erhalt bzw. Ausbau der Grün- und Freiflächen. 8

2.6        Straßenergänzungen. 8

2.7        BENENNUNG von bedeutsamen Gebäuden/Plätzen in  Kleinenbroich. 8

2.8        Behindertengerechte Umgestaltung des öffentlichen Raums. 9

2.9        Anforderungen an die Breitbandversorgung. 9

 

1  Anpassung des städtebaulichen Rahmenplanes
Kleinenbroich

 

Im Jahr 2000 wurde die städtebauliche Rahmenplanung Kleinenbroich[1] durch Rat und Verwaltung – nach Vorstellung in der Bürgerschaft – beschlossen. Aus Sicht der SPD in Kleinenbroich ist es sinnvoll, den vorhandenen städtebaulichen Rahmenplan nach nunmehr 11 Jahren zu prüfen. Gleichzeitig ist mit einem Vergleich des damaligen Konzeptes und der in diesem Konzept vorhandenen Handlungsempfehlungen und der heutigen Wirklichkeit eine Bilanz zu ziehen. Die zwischenzeitlich entstandenen neuen Entwicklungen sind einzuplanen und die Leitlinien für die Entwicklung Kleinenbroichs für die nächsten Jahre als Richtschnur für die Politik festzuhalten. Im Konsens mit allen relevanten Gruppen in Kleinenbroich ist weiterhin eine Prioritätenliste zu erstellen, um jederzeit – bei Entstehen von Realisierungsmöglichkeiten – reagieren zu können.

1.1  Basisdaten

 

Der Ortsteil Kleinenbroich ist gut in das örtliche und überörtliche Straßennetz eingebunden. Die Trasse der Bundesbahn wirkt in Kleinenbroich immer noch als Trennung zwischen den unterschiedlichen Bereichen des Stadtteils. Zusätzlich ist neben dieser Trennung der Ortsteil Kleinenbroich durch den in Nord-Süd Richtung laufenden Jüchener Bach getrennt.

Über die Vielzahl der in den Gewerbegebieten vorhandenen Einzelhandelsangebote wird die Position Kleinenbroichs als Versorgungszentrum gestärkt, es wird allerdings gleichzeitig die  Ausprägung eines Kleinenbroicher Zentrums verhindert.

Kleinenbroich ist neben Korschenbroich – mit dem Gymnasium – zentraler Schulstandort  mit Realschule und Hauptschule.  Weiterhin sind zwei Grundschulen vor Ort. Zukünftige Veränderungen im Übergangsverhalten werden Auswirkung auf Art und Anzahl der Schulformen und Schulstandorte haben.

Durch die Neuschaffung eines Seniorenheims wurde ein Teil der für die Stadt bedeutsamen Einrichtungen auch nach Kleinenbroich verlagert. Die Zentralisierung der sonstigen, für die Gesamtstadt bedeutsamen Einrichtungen, ist weiterhin in Korschenbroich konzentriert.

Die Steigerung der Bevölkerungszahl hat sich verlangsamt und stabilisiert sich derzeit bei einer Größenordnung von ca. 10.320 Bewohnern. Kleinere Lückenbebauungen führen zu weiteren Verdichtungen im Innenbereich. Die sich abzeichnende Veränderung des Gewerbegebietes Holzkamp, hin zu einer Wohnbebauung, bietet die Chance zur Abrundung des Ortes Kleinenbroich. Insgesamt sind daher derzeit ausreichende Möglichkeiten für die Wohnbebauung in Kleinenbroich vorhanden.

Auch nach Jahren ist es nicht gelungen, das in den 70er Jahren falsch geplante Zentrum „Auf den Kempen“ in die Ortsstruktur einzubinden. Dringend erforderlich ist es, dieses Zentrum besser in den Verkehrsfluss einzubinden.  Da gerade ältere Menschen, mit ihren speziellen Bedürfnissen, fußläufig zu erreichende Einrichtungen benötigen, wäre für diesen Teil von Kleinenbroich der Bereich „Auf den Kempen“ als Standort mit Gewerbe und Dienstleistungen für Senioren von Vorteil (Lebensmittelladen mit Sortiment für den täglichen Bedarf, Bäckerei, Dienstleistern – welche haushaltsnahe Dienstleistungen anbieten, Pflegedienstleister, u. ä.). Geprüft werden sollte auch, ob eine öffentliche Einrichtung „Auf den Kempen“ nicht ihren „Sitz“ nehmen könnte. Die Verlagerung der Sparkasse in die Nähe des Bahnhofbereiches hat die Zentralität dieses Bereiches weiter geschwächt. Kleinenbroich hat zum jetzigen Zeitpunkt ein Konglomerat von Zentren, die alle nicht richtig leben können, sich gegenseitig schwächen und unter dem eigentlichen „Versorgungszentrum“ in den Gewerbegebieten leiden.

Die Grünflächen- und Freiflächenplanung in Kleinenbroich ist als defizitär zu betrachten.
Die Grünachse des Jüchener Baches ist nicht mit anderen Erholungsbereichen vernetzt. Straßenbegleitgrün und Bepflanzungen im Stadtgebiet sind äußerst selten.

Verkehr

Die starke Belastung der Hochstraße, bzw. der Nordstraße ergibt sich aus der durchgängigen Befahrbarkeit: Der geplante Ausbau der K4 / Radweg (Hochstraße / Nordstraße) sollte als Chance genutzt werden. Am Ende der Hochstraße, zur Schiefbahner Straße sollte ein Kreisverkehr eingerichtet und die Beleuchtung der Straße verbessert werden. Im Bereich der Schul- und Familienzentren steigt der Verkehr durch das Verhalten der Nutzer immer stärker an. Bisherige Straßenbreiten reichen aufgrund der intensiven Beparkung nicht mehr in allen Fällen für die problemlose Versorgung (Feuerwehr, Müll etc.)  aus.

LKW-Verkehre auf der Rhedung sind immer noch ein starkes Problem, da über die Rhedung die Gewerbegebiete versorgt werden. Zu prüfen ist, ob man LKW-Routenpläne entwickeln kann, die schlussendlich auch in die jeweiligen Navigationssoftwares übertragen werden könnten (Beispiel: Stadt  Hamm)[2].

Die Gestaltung der öffentlichen Straßenräume ist unzureichend. Überörtliche Fuß- und Radwege sind zu verbessern.

Der behindertengerechte Umbau des S-Bahnhofs  ist eine Chance zur Neugestaltung für  Kleinenbroich, die genutzt werden sollte.  Das Bahnhofsumfeld kann attraktiver gestaltet und eventuell ein neues Zentrums in Kleinenbroich geschaffen werden.

2  Vorschläge zur Stadtteilgestaltung

 

Die schon vor zehn Jahren angesprochene unschöne Silhouette des Stadtteils Kleinenbroich ist zu verbessern, obwohl mit den Baugebieten „Kirchstraße“ und „Dorfer Feldweg“ eine gewisse Abrundung des Ortsbildes erreicht werden konnte. Diese Abrundung ist bei der Gestaltung des Baugebietes „Holzkamp“ weiterzuführen.

Die Stärkung des Bereiches S-Bahnhof Kleinenbroich unter dem Gesichtspunkt der Stadtgestaltung ist nicht ausreichend geschehen. Zwingend notwendig ist hier eine übergreifende Planung des Bahnhofes, seines Umfeldes, der anliegenden Freiflächen und der im Umfeld stattfindenden Nutzungen. Der Umbau des Bahnhofs sollte zu einer Verbesserung des Bahnhofsumfeldes (Versuch hierfür Städtebaufördermittel zu erhalten – ansprechende Platzgestaltung mit ansehnlichen sicheren Abstellmöglichkeiten für Fahrräder) genutzt werden. In diesem Zusammenhang sollte die planerische Sicherstellung der Parkplätze am Bahnhof Kleinenbroich (Schotterfläche Bahnhofstraße/Ladestraße) erfolgen.

Die Geschwindigkeit auf der K 4 sollte in diesem Zusammenhang, zumindest im Bereich zwischen Albert-Schweitzer-Straße und „Auf den Kempen“ auf 30 km/h reduziert werden, da in diesem Bereich Fußgänger, wegen der in diesem Abschnitt liegenden Geschäfte, öfter die Straße überqueren und dort häufig Fahrzeuge mit hohen Geschwindigkeiten zu beobachten sind.

Der Standort „Auf den Kempen“ sollte hier mit eingebunden werden mit dem Ziel, eine optische Verbindung zwischen dem Bahnhof und der „Ortsmitte“ zu schaffen.

2.1  Umgestaltung der Straßenzüge

 

Die Straßen  

  • Rhedung
  • Bahnhofstraße
  • Konrad-Adenauer-Straße

sind zu Alleen auszubauen.

Der Geh- und Radweg sowie die Straßenbeleuchtung der Rhedung sind außerorts fortzuführen.

2.2  Umgestaltung der Kreuzungspunkte

 

Derzeit wichtige Straßenkreuzungen, wie
 

  • L361/Oststraße
  • Am Hallenbad/Schiefbahner Str./Nordstraße
  • Nordstraße/Auf den Kempen
  • Haus- Randerath-Straße/L381
  • Haus- Randerath- Straße/Hochstraße/Hohe Brücke
  • Püllenweg/Holzkamp

 

sind  umzuplanen. Hierbei ist insbesondere der Bereich Haus-Randerath- Str./L381 vorrangig zu betrachten.

2.3  Umbau von Straßen

Für den Ort ist der zentrale Punkt an der Kirche, durch einen Umbau der Hochstraße vor der Kirche stärker hervorzuheben (etwa durch ein Kopfsteinpflaster – wie auf der Bismarckstraße -zwischen Josef-Thory-Straße und Bismarckstraße und ansprechende Straßenlaternen in diesem Bereich).

Ein weiterer Bereich, welcher der Umgestaltung bedarf, ist der Bereich der Bahnhofstraße. Hier ist insbesondere bei der Umgestaltung des Bahnhofs der gesamte Bereich des Bahnhofs , Ladestraße, Bahnhofstraße mit allen Flächen (Grünfläche am alten Bahnhof , Parkfläche vor Schnaggebaas) in eine Planung einzubeziehen.

2.4  Verkehrsberuhigung und Parkrisiken

 

Neben den in den Wohnbereichen immer größer werdenden Parkrisiken, die durch verkehrslenkende Maßnahmen – Schaffung von Einbahnstraßenregelungen, z.B. im Bereich der Kirchstraße – abgefedert werden können, sind insbesondere die Ein- und Ausfahrten von Kleinenbroich verkehrstechnisch zu entschleunigen (Schaffung von 30 km Zonen) und risikoärmer zu gestalten (z.B. absolutes Parkverbot auf der Haus-Randerath-Str. bis zur Hohen Brücke, einseitiges Parkverbot auf der Kirchstraße etc.)

2.5  Erhalt bzw. Ausbau der Grün- und Freiflächen

 

Um den Erhalt von Grün- und Freiflächen sicherzustellen, ist eine Liste der zu erhaltenden Freiflächen zu erstellen, hierbei sind  u.E. folgende Flächen aufzunehmen :

  • Fett- und Obstwiese im Bereich des Hauses Randerath
  • Öffentliche Grünfläche an den Sportanlagen „Am Hallenbad“
  • Öffentliche Grünfläche im Bereich Brentanostraße und Eifelstraße

 

Nach Überprüfung der Bebauungssituation Holzkamp ist die Schaffung einer Grünanlage im Bereich des Gewerbegebietes Holzkamp möglich.

Weiterhin ist eine Stabilisierung des Ortsbildes durch Schaffung eines Grüngürtels in Richtung L361 wünschenswert.

Die zwischen dem Alten Friedhof und der Glehner Fläche gelegene Ackerfläche würde langfristig auch eine gelungene Ergänzung der Fett- und Obstwiese im Bereich des Hauses Randerath sein.

2.6  Straßenergänzungen

 

Dringend notwendig ist eine Planung zur Schaffung einer Direktverbindung von der L361 und den Autobahnen zum Gewerbegebiet Püllenweg zur Entlastung des Straßenzuges Rhedung vom Lastkraftverkehr.

2.7  Benennung von bedeutsamen Gebäuden/Plätzen in Kleinenbroich

 

Damit es in Zukunft bei Bebauungsmaßnahmen nicht  zu Irritationen bei der Behandlung von Gebäuden, Plätzen etc. kommt, ist es sinnvoll, eine Liste von bedeutsamen Gebäuden (nicht nur Denkmale)/Plätzen zu erstellen, die bei solchen Maßnahmen besonders betrachtet und bewertet werden müssen .

Hierbei sind als Vorschlag in Kleinenbroich, z. B. folgende Gebäude aufzunehmen:

  • Haus Randerath
  • Pfarrhaus
  • Kirmesplatz Matthiasstraße
  • Fachwerkhaus  beim Schuster
  • Fachwerkhaus in Höhe „Auf den Kempen“ auf der Nordstraße
  • Kapellchen/Nordstraße/Am Hallenbad
  • Stepprather Hof
  • Bahnhof

2.8  Behindertengerechte Umgestaltung des öffentlichen Raums

 

Weitere Schaffung von ertastbaren und kontrastreichen Bodenindikatoren als Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte.

2.9  Anforderungen an die Breitbandversorgung (DSL)

Zukünftig ist für Bebauungsgebiete neben den „normalen“ Anforderungen an die öffentliche Versorgung (Müll/Wasser/Gas/Strom) auch die notwendige Breitbandversorgung sicherzustellen.


[1] Städtebauliche Rahmenplanung Sitzungsvorlage VI/362 Vorlage Planungsausschuss 11.4.2000

[2] Städte- und Gemeinderat 04/2011 Seite 23 bzw. Kontakt Dipl. Ing. Carsten Gniot Abteilungsleiter Verkehrsplanung Stadtplanungsamt Hamm Tel. 02381-17-4114 oder gniot@stadt.hamm.de

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